Projektinfos


DZLM

Mit Beginn des Jahres 2021 richtete das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) eine neue Abteilung „Fachbezogener Erkenntnistransfer“ ein, an die das Deutsche Zentrum für Lehrkräftebildung Mathematik (DZLM) seitdem als DZLM-Netzwerk angeschlossen ist. Mit der Einrichtung der neuen Abteilung am IPN kann nun verstärkt auch die Wirkung eines forschungsbasierten Transfers mittels Fortbildungen wissenschaftlich untersucht werden.

 

QuaMath

Das QuaMath-Programm ist auf zehn Jahre angelegt und in zwei Phasen gegliedert. In den ersten fünfeinhalb Jahren der Phase 1 (2023–28) werden Strukturen aufgebaut, die ersten Versionen der Fortbildungs- und Qualifizierungsmodule entwickelt und beforscht, die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für erste Module qualifiziert und die ersten Kohorten an Lehrkräften und Schulen fortgebildet sowie begleitet. In den zweiten fünf Jahren der Phase 2 (2028–33) werden die Strukturen optimiert, die Fortbildungs- und Qualifizierungsmodule nach den gewonnen Forschungserkenntnissen weiterentwickelt und durch weitere innovative Formate und Konzepte angereichert und beforscht.

Darüber hinaus werden die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für weitere Module qualifiziert und das QuaMath-Programm durch die Fortbildung und Beratung weiterer Kohorten von Lehrkräften, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Schulen substantiell in die Breite getragen.

In Phase 1 stehen die Entwicklung und lokale Wirkungsforschung im Vordergrund. Die Phase 2 ermöglicht insbesondere Wirksamkeitsstudien über mehrere Module hinweg.

Zentral ist die Entwicklung einer kohärenten, fachbezogenen, forschungsbasierten und praxisbezogenen Konzeption zur Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität im Hinblick auf gemeinsame Zielsetzungen (Was soll gelernt werden?) und fünf gemeinsame Qualitätsmerkmale von Mathematikunterricht (Wie soll gelernt werden?).

Dabei zeigen sich folgende Unterrichtsqualitätsmerkmale als entscheidend:

  • Kognitive Aktivierung,
  • Verstehensorientierung,
  • Durchgängigkeit (im Sinne des Spiralcurriculums),
  • Lernendenorientierung und Adaptivität (z. B. durch Sprachbildung und Differenzierung) sowie
  • Kommunikationsförderung.

 

 

Abb. 1: Die fünf QuaMath-Prinzipien

 

 

Diese Entwicklung wird wesentlich angestoßen durch fünf Maßnahmenpakete (siehe auch Abb. 2):

  • Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
    Qualifizierung und Unterstützung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur fachbezogenen Fortbildung und Moderation der Schulnetzwerke sowie zur Beratung und fachbezogenem Unterrichtscoaching der Schulteams.
  • Fortbildung und Kooperation in Schulnetzwerken
    Durchführung eines qualitätsvollen, kontinuierlichen Fortbildungsprogramms mit forschungsbasiertem Fortbildungsmaterial (mit regelmäßigem, fachbezogenem Austausch in den schulübergreifenden Netzwerken und zum Selbststudium) sowie dazu passendem Unterrichtsmaterial für eigene Erprobungen. Alle Unterrichts- und Fortbildungsmaterialien werden als Open Educational Resources angeboten.
  • Unterrichtsentwicklung in Schulteams
    Ermöglichung fachbezogener Lehrkräftekooperation in schulinternen, fachbezogen arbeitenden Professionellen Lerngemeinschaften (hier: Schulteams) und durch regelmäßigen, fachbezogenen Austausch in Schulnetzwerken.
  • Unterstützung der Schulleitungen
    Unterstützung der Schulleitungen mit dem Ziel der Ermöglichung wirksamer Arbeit in den Schulteams, der gesamten Fachschaft Mathematik und der mittelfristigen Entwicklung eines schulinternen Qualitätsentwicklungskonzeptes.
  • Einbeziehung der lokalen Strukturen
    Insbesondere die regionalen Schulaufsichten werden in das Programm einbezogen. Dies hat das Ziel, die Arbeit der Schulleitungen, Schulnetzwerke und Schulen durch Maßnahmen der fachbezogenen Unterrichtsentwicklung und des dieses erleichternden Schulmanagements zu unterstützen.

 

 

 

Abb. 2: Struktur und Implementationsstrategien des QuaMath-Programms

 

 

Ziele des QuaMath-Programms auf sechs Ebenen


Lernenden-Ebene

  • Stärkung der mathematischen Bildung von KiTa bis Abitur (Regel- und Mindeststandards der KMK)
  • Stärkung der Bildungsgerechtigkeit durch Reduktion des Zusammenhangs von sozialem und sprachlichem Hintergrund zu mathematischen Kompetenzen

Unterrichts-Ebene

  • Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität bzgl. der fünf Qualitätsmerkmale kognitive Aktivierung, Verstehensorientierung, Durchgängigkeit, Lernendenorientierung, Kommunikationsförderung

Lehrkräfte-Ebene

  • Weiterentwicklung der mathematikbezogenen Expertise der Lehrkräfte für die Realisierung von Unterrichtsqualität
  • Weiterentwicklung der individuellen und kollektiven Praktiken zur Planung, Durchführung und Reflexion von qualitätsvollem Unterricht, insbesondere zur adaptiven Förderung bei heterogenen Lernvoraussetzungen

Fortbildungs-Ebene

  • Weiterentwicklung der fachbezogenen Fortbildungsqualität zur Erreichung der Ziele der unteren Ebenen

Multiplikator:innen-Ebene

  • Weiterentwicklung der fortbildungsdidaktischen Expertise der Multiplikator:innen für die Realisierung von fachbezogener Fortbildungsqualität zur Erreichung der Professionalisierungsziele

Ebene der systemischen Fortbildungsstrukturen

  • Etablierung einer langfristig nachhaltigen und bundesweit kohärenten Fortbildungsstruktur im Fach Mathematik durch geeignete Netzwerke und Anknüpfung an vorhandene Strukturen der Bundesländer bzw. Bezirke

 

Umsetzungsebene/Netzwerk


Schulische Umsetzungsebene/Schulnetzwerke

Das Programm QuaMath stellt Fortbildungsqualität her, indem neben den moderierten Netzwerktreffen auch weitere fachbezogene Anregungen zur Kooperation der Lehrkräfte in Professionellen Lerngemeinschaften (genannt Schulteams) gegeben werden. Dieser zentrale Konzeptbaustein orientiert sich an Erkenntnissen zur fachbezogenen Lehrkräftekooperation.

Zum ersten ist die Zusammenarbeit der Gruppe von 3–5 Personen einer Schule wichtig, die an der Maßnahme teilnehmen. So können die Teams das gemeinsam Behandelte weiter durchdenken und kooperativ erproben. Hier ist einerseits eine kollegiale fachbezogene Konzeptentwicklung zu beachten (z. B.: „Wie können wir auf alltagsbezogene Weise Lernstände der Lernenden erfassen?“) und andererseits die kollegiale fachbezogene Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht. Dafür werden die DZLM-Materialien Anregungen und Unterstützungen bieten.

Zum zweiten sollte eine systematische Einbindung der Schulleitungen erfolgen, um die Anregungen zur Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts nicht nur im Team der 3–5 „Mathe-Expertinnen und Experten“ zu belassen, sondern einen gemeinsam getragenen Implementationsprozess in der Schule vorzubereiten. Auch hierzu werden DZLM-Materialien Anregungen geben.

Zum dritten wird die Arbeit in den Schulnetzwerken so organisiert, dass der schulübergreifende Austausch von den Teilnehmenden in Prozessen der Ko-Konstruktion münden kann. Die DZLM-Materialien unterstützen die Multiplikator:innen-Tandems, die die Veranstaltungen moderieren, mit entsprechenden Hinweisen auf Impulse und Aktivitäten.

 

Umsetzungsebene Multiplizierende/Multiplizierenden-Netzwerke

  1. Netzwerke in den Bundesländern
    Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eines Bundeslandes treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Austausch und zur Kooperation bei der Weiterentwicklung ihres Angebots. Diese Treffen werden von Länderkoordinierenden initiiert und organisiert. Angestrebt ist, auf diese Weise die Konzeption der Professionellen Lerngemeinschaften auch auf der Ebene der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu etablieren, um nachhaltige Fortbildungsstrukturen anzubahnen.
     
  2. Ländergemeinsame Netzwerke
    Die Landeskoordinierenden können auch eine Netzwerkarbeit mit den Multiplizierenden der jeweils beteiligten Länder anregen. Die regelmäßigen Austauschsitzungen der Landeskoordinierenden mit der QuaMath-Zentrale geben dem Vernetzungsgedanken in dieser Ebene Zeit und Raum.

 

 

Zeitplan


 

 

Abb. 3: QuaMath Zeitplan

 

 

Interview


Ein ausführliches Interview zum QuaMath-Projekt findet sich auf dem Deutschen Schulportal.

 

 

Personen


Das QuaMath-Projekt wird von der Abteilung Fachbezogener Erkenntnistransfer des IPN und dem DZLM-Netzwerk in enger Kooperation mit der KMK und den Ländern gemeinsam umgesetzt und gesteuert.

 

QuaMath-Lenkungsausschuss

Das zentrale Steuerungsgremium des QuaMath-Projekts ist der QuaMath-Lenkungsausschuss, der gemeinsam mit Personen der KMK und Personen der QuaMath-Leitung (siehe unten) besetzt ist.

Staatssekretärin Dr. Dorit Stenke (Leitung) | Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein
Prof. Dr. Susanne Prediger (Leitung) | IPN & TU Dortmund
Staatsrat Rainer Schulz  | Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg
Staatssekretär Dr. Manuel Lösel | Hessisches Kultusministerium
Generalsekretär Udo Michallik | Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)
Prof. Dr. Jürg Kramer | IPN & HU Berlin
Prof. Dr. Christoph Selter | TU Dortmund
Prof. Dr. Lars Holzäpfel | PH Freiburg
Prof. Dr. Bettina Rösken-Winter | HU Berlin

 

QuaMath-Leitungsteam

Das QuaMath-Leitungsteam vom IPN mit dem DZLM-Netzwerk leitet das QuaMath-Projekt von wissenschaftlicher Seite.

Leitung
Prof. Dr. Susanne Prediger | IPN & TU Dortmund
Prof. Dr. Christoph Selter | TU Dortmund  
Prof. Dr. Jürg Kramer | IPN & HU Berlin

Erweiterte Leitung
Prof. Dr. Daniela Götze | WWU Münster
Prof. Dr. Lars Holzäpfel | PH Freiburg
Prof. Dr. Bettina Rösken-Winter | HU Berlin
Prof. Dr. Anand Pant | HU Berlin

 

QuaMath-Landesverantwortliche

Die QuaMath-Landesverantwortlichen sind die Projektleitungen für das QuaMath-Programm in ihrem jeweiligen Bundesland.

Eine Liste der QuaMath-Landesverantwortlichen wird demnächst veröffentlicht werden.

 

QuaMath-Landeskoordinationen

QuaMath-Landeskoordinationen setzen in Abstimmung mit den QuaMath-Landesverantwortlichen das QuaMath-Projekt in ihrem Bundesland operativ um. In jedem Bundeslang gibt es jeweils (mindestens) eine QuaMath-Landeskoordination für die Primarstufe und (mindestens) eine für die die Sekundarstufe I/II.

Eine Liste der QuaMath-Landeskoordinationen wird demnächst veröffentlicht werden.

 

QuaMath-Zentrale

Die QuaMath-Zentrale am IPN und im DZLM-Netzwerk koordiniert gemeinsam mit den Ländern die Umsetzung des Projekts.  Sie koordiniert auch das entsprechende Entwicklungs- und Forschungsprogramms des DZLM-Netzwerks.

Annett Kreuziger (Gesamtkoordination) | IPN & Senatsverwaltung Berlin
Dr. Svea Hallemann (komm. Stellv. Gesamtkoordination) | IPN
Dr. Thomas Lange (Stellv. Gesamtkoordination)| IPN

 

QuaMath-Modulverantwortliche

Die QuaMath-Modulverantwortlichen sind Mathematikdidaktikerinnen und -didaktiker des IPN und DZLM-Netzwerks, welche die QuaMath-Fortbildungsmodule entwickeln und beforschen.

Prof. Dr. Bärbel Barzel |U Duisburg-Essen
Prof. Dr. Rolf Biehler | U Paderborn
Prof. Dr. Julia Bruns | U Paderborn
Prof. Dr. Anika Dreher | PH Freiburg
Prof. Dr. Birte Friedrich | U Potsdam
Prof. Dr. Marita Friesen | PH Heidelberg
Prof. Dr. Hedwig Gasteiger | U Osnabrück
Prof. Dr. Daniela Götze | WWU Münster
Prof. Dr. Gilbert Greefrath | WWU Münster
Prof. Dr. Uta Häsel-Weide | U Paderborn
Prof. Dr. Lars Holzäpfel | PH Freiburg
Prof. Dr. Karina Höveler | WWU Münster
Prof. Dr. Stephan Hußmann | TU Dortmund
Jun.-Prof. Dr. Leander Kempen | TU Dortmund
Prof. Dr. Ulrich Kortenkamp | U Potsdam
Prof. Dr. Timo Leuders | PH Freiburg
Prof. Dr. Marcus Nührenbörger | WWU Münster
Prof. Dr. Anand Pant | HU Berlin
Prof. Dr. Susanne Prediger | IPN & TU Dortmund
Prof. Dr. Katrin Rolka | RU Bochum
Prof. Dr. Bettina Rösken-Winter | HU Berlin
Prof. Dr. Benjamin Rott | U zu Köln
Prof. Dr. Florian Schacht | U Duisburg-Essen
Prof. Dr. Petra Scherer | U Duisburg-Essen
Prof. Dr. Christoph Selter | TU Dortmund
Jun.-Prof. Dr. Daniel Thurm | U Siegen
Prof. Dr. Lena Wessel | U Paderborn

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